 | Große Staatsmänner
- Der Aufstieg Napoléons -1.) Die jungen Jahre des Napoléon Bonaparte | | Napoléon Bonaparte wurde am 15.August 1769 als Napoléone Buonaparte in Ajaccio auf Korsika geboren. Sein Vater war ein armer Adliger und war als Jurist tätig. Mit 9 Jahren verließ Napoléon Korsika, um das Gymnasium von Autun zu besuchen. 1 Jahr später ging er an die Kadettenschule nach Brienne. Zuerst hatte er viele Probleme mit seinen Kameraden, da er nur italienisch auf Korsika gesprochen hatte, denn erst 1 Jahr vor seiner Geburt fiel Korsika an Frankreich. Schon früh hoffte Napoléon einmal später seinem Vaterland dienen zu dürfen und somit war er überglücklich, als er ein Stipendium an der "École militaire" bekam. Im Herbst 1784 kam er in Paris an. Er bekam schon nach einem, statt nach zwei Jahren das Offizierspatent, wegen sehr guter Leistungen. Da die Marine keinen Nachwuchs brachte ging er zur Artillerie. Er war zwar stolz ein Soldat des Königs zu sein, erkannte aber auch die Mängel der Monarchie und war für eine neue Verfassung. In Frankreich folgte nun die Französische Revolution. Er meldete sich freiwillig für Einsätze im Mittelmeerraum, um Korsika eine Verfassung zu geben. Dich dieser Plan scheiterte und seine Familie wurde geächtet. Am 10.Juni 1793 mußte Napoléon Korsika verlassen. Am 14.Juni kam er auf dem Festland an. In Frankreich tobte der Bürgerkrieg und Napoléon gelang sein erster Sieg in Toulon (royalistische Bürger), wo spanische und englische Schiffe gelandet waren. Er griff nicht direkt die Stadt an, sondern ließ Fort Mulgrave (Festung, die den Hafen schützte) beschießen. Am 17.Dezember wurde das Fort genommen. Die feindlichen Schiffe flohen und am 19.Dezember konnte auch Toulon genommen werden. Napoléons Vorgesetzter schrieb danach an den Kriegsminister: "Ich finde keine Worte, um Buonapartes Verdienste zu beschreiben. Großes technisches Geschick, ein gleich hoher Grad an Intelligenz und ein Übermaß an Tapferkeit- da haben Sie eine blasse Skizze dieses vortrefflichen Offiziers..." Kurz darauf wurde Napoléon zum Brigadegeneral befördert. Als er zwei Jahre später einen Aufstand von 300000 Royalisten in Paris niederschlug, wurde er mit 26 Jahren zum General befördert. | | 2.) Der Italienfeldzug | | Napoléon wollte die Feinde Frankreichs besiegen und bat darum beim Direktorium den Oberbefehl über die Italienarmee zu bekommen. Zuerst wurde abgelehnt, doch seine Verlobte Joséphine war früher die Geliebte des Direktors Barras und so bekam er die Armee am 2.März 1796. Danach heiratete er kurz noch Joséphine und brach auf nach Italien. Dort warteten 40000 Mann auf ihn, die zwar zahlenmäßig unterlegen waren, aber mit ihm von Sieg zu Sieg zogen. Am 12.April wurde die Schlacht von Montenotte gewonnen, am 14.April gewann er die Schlacht von Millesimo und zog kurze Zeit später in Mailand ein. Er meldete dem Direktorium: "Die Trikolore fliegt über Mailand, Pavia, Como und allen Städten der Lombardei." Im Frühjahr 1797 setzten die Franzosen ihren Siegeszug fort und eroberten Bologna, Rimini und weite Teile des Kirchenstaates. Im Vertrag von Tolentino mußte der Papst auf große Gebiete verzichten, außerdem mußte der seine Häfen für feindliche Schiffe sperren. Am 19.Februar wurde dieser Vertrag nach Paris geschickt und Napoléon zog weiter nach Norden.
Als Napoléon in Österreich ankam, waren die Habsburger überrascht und nahmen das Waffenstillstandsabkommen von Napoléon an: Abgabe vom Herzogtum Mailand und Friedensschluß mit Frankreich. Der Vertrag wurde am 17.Oktober 1797 in Campo Formio unterzeichnet. Damit war der Italienfeldzug mit 12 gewonnenen Schlachten (43000 tote Österreicher) in 13 Monaten, außerdem, wurden noch 2 Republiken nach französischem Vorbild geschaffen. Napoléon hatte Unglaubliches geschafft. Dies schaffte er nur durch gute Taktik und Überraschungsangriffen von allen möglichen Seiten. Er war außerdem immer so überzeugend, so daß er seine Leute zu Höchstleistungen anspornen konnte. Der englische Biograph Vincent Cronin sagte über Napoléon: "Er bestand darauf, daß seine Offiziere für alles, was sie requirierten, eine Quittung ausstellten, und sei es nur eine Schachtel Kerzen oder ein Sack Mehl. Wenn seine Soldaten etwas stahlen, sorgte er dafür, daß der Eigentümer entschädigt wurde." Er galt außerdem als guter Beobachter: "Napoléon beförderte nur die Tapferen, und je tapferer ein Offizier, desto rascher wurde er befördert." | | 3.) Der Ägyptenfeldzug | | Als Napoléon im Dezember 1797 wieder in Paris ankam, jubelten die Massen ihm zu, wie noch keinem anderen General vor ihm. Kurz darauf wurde er zum Oberbefehlshaber der "Armee gegen England" bestimmt. Er sollte die Briten in Indien schwächen, an der besten Kolonie der Engländer. Am 18.Mai 1798 brach Napoléon auf nach Indien, in dem er zuerst das von den Mamelucken besetzte Ägypten erobern wollte und dann nach Indien weiterziehen wollte. Er ging vor Alexandria an Land, eroberte schnell diese Stadt und Kairo und schlug die Mameluken in der Wüste Sinai. Plötzlich kam eine erschreckende Nachricht, denn der Admiral Nelson hatte 13 der 17 Schiffe in der Bucht von Abulir versenkt und somit den Nachschub abgeschnitten. Napoléon mußte handeln und ließ zuerst Straßen, Brunnen und Hospitäler bauen. Nun wurde aus Ägypten ein moderner Staat gemacht. Archäologen durchstreiften das Land und der Suez-Kanal wurde gebaut. Doch plötzlich kam die Nachricht ins Lager, daß Joséphine ihn mit einem gewissen Charles betrogen haben soll. Durch einen Brief wollte er Joséphine zur Reue bewegen, aber dieser Brief wurde von den Engländer abgefangen und wurde zum Lacherfolg in Europa. Auf Druck Englands erklärte das Osmanische Reich Napoléon nun den Krieg. Im Frühjahr 1799 zog Napoléon den Feinden entgegen, nach Syrien. Es wurde gaza und Jaffa erobert, doch die Franzosen unterlagen in der Schlacht bei Akkon. Nun zog sich Napoléon nach Ägypten zurück, doch viele seiner Soldaten waren an der Pest erkrankt oder verwundet. Vor Abukir traf das französische Herr auf ein zweites türkisches Heer, daß in Alexandria gelandet war. Am 25.Juli blies Napoléon zum Angriff. Es wurden 7000 Türken getötet. Nun erreichten ihn Nachrichten aus der Heimat, die besagten, daß Frankreich von allen Seiten bedroht werde. Napoléon entschied, daß er in der Heimat mehr gebraucht werde, als in Ägypten und verließ wenig später (23.August 1799) Ägypten. | | 4.) Vom Kriegsheld zum Kaiser | |  In Frankreich wurde er jubelnd empfangen, doch er hatte schon einen anderen plan im Kopf. Er wollte die Regierung übernehmen. Er wollte die beiden Räte davon überzeugen, daß ein provisorische Regierung gebildet werden müsse, um die Republik zu retten. Als Napoléons Soldaten aufmarschierten, wurden die Räte unruhig und als Napoléon dann noch eine rede halten wollte, wurde er ausgepfiffen. "Ächtet den Diktator!" , riefen sie. Nun wurde die Versammlung aufgelöst. Noch in der selben Nacht (10.November 1799) bildeten Napoléon und Sieyès eine provisorische Regierung. Am 24.Dezember 1799 wurde über die neue Verfassung abgestimmt. Mit einer deutlichen Mehrheit wurde sie angenommen. Im Februar 1800 wurde Napoléon offiziell zum 1.Konsul ernannt. Doch er hatte nicht nur Befürworter und so wurde am 24.Dezember 1800 ein Anschlag auf ihn verübt, dem er entkam, indem seine Kutsche schon an dem explodierenden Pulverfaß vorbeigefahren war. | |
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