| In diesem kurzen Einblick in die Kriegsschiffahrt zur Zeit der Griechen möchte ich einen kurzen Überblick über die verschiedenen Arten der Kriegsschiffe geben und mich natürlich mit den Kriegsmethoden zu Wasser in diesem Zeitraum befassen. Außerdem wird natürlich zu den Größen der Flotten etwas gesagt. Es ist sehr schwierig, etwas über die Schiffsarten dieser Zeit herauszufinden, denn es sind nur sehr wenige Schiffe aus dieser Zeit erhalten. Diese Schiffe bestanden hauptsächlich aus Holz und deswegen sind erhaltene Exemplare der Schiffe sehr selten und um so kostbarer für die Wissenschaft heutzutage. Um etwas mehr über die Schiffe und ihren Aufbau herauszubekommen, muß man alte Texte durcharbeiten und Bilder auf alten Vasen auswerten, denn zu dieser Zeit wurden Schiffe oft auch auf Vasen dargestellt und so bekommt man allmählich einen Überblick über die Schiffstypen, ihren Aufbau und die Größe ihrer Besatzung heraus. Der wohl bedeutendste Schiffstyp dieser Jahre war wohl die Triere. Am Ende des 6. Jahrhunderts v. Chr. gebaut und mit 3 Ruderreihen übereinander ausgestattet, war die Triere ein kleines, schmales Schiff und konnte nur bei gutem Wetter und wenig Seegang auslaufen. Sie wurde als wendiges Kriegsschiff benutzt und besaß einen Balken als Waffe. Dieser Balken war eine Stoßwaffe und war an seiner Spitze mit einer Metallkappe umschlossen. Dieser Stoßbalken ragte vorne aus dem Schiff heraus. Etwas unter diesem Balken existierte ein zweiter Stoßbalken. Er war dafür zuständig, daß wenn die Triere ein anderes Schiff gerammt hatte der erste, obere Stoßbalken sich nicht im feindlichen Schiff verkeilen konnte und so nicht mehr herausgezogen werden konnte. Außerdem besaßen die Trieren auch noch Enterbrücken, die auf das gegnerische Schiff niedergelassen wurden und worüber die Soldaten dann das Schiff entern konnten. Meist waren Verzierungen am Schiff angebracht, wie zum Beispiel ein Auge an beiden Seiten des Schiffes. Eine Triere war mit 170 Ruderern ausgestattet; 62 saßen in der oberen Ruderreihe und jeweils 54 in den unteren beiden Reihen. Die Ruderer ruderten im Takt, denn ein wildes Durcheinanderrudern würde das Schiff nicht weiterbringen. Für die Lenkung des Schiffes war ein Rudergänger zuständig. Die Mannschaft bestand aus gesamt 200 Mitgliedern, darunter Matrosen und Soldaten. Der sogenannte Kapitän dieser Schiffe war der Trierarch, der meist das Schiff, das er leitete, mitfinanziert hatte, so kamen oft nur reiche Leute zu der Ehre ein Trierarch eines Schiffes zu sein. Die Mannschaft bestand zuerst nur aus athenischen Bürgern, aber später wurden auch Metöken zugelassen. Nach der Niederlage in Sizilien im Jahre 413 v. Chr. wurden auch Sklaven zum Rudern herangezogen. Bei Athen fanden jährlich Übungen statt, wodurch die Ruderer geübter im Rudern wurden und die Trieren auch wendiger wurden, was in einer Krisensituation vielen Menschen das Leben gerettet hatte und so wahrscheinlich den Athenern auch oft zum Sieg mitbeigetragen hatte. Der Stützpunkt der athenischen Flotte im 5. und 4. Jahrhundert v. Chr. befand sich in Piräus, das war eine Hafenstadt in der Nähe Athens, welche mit zwei Mauern mit Athen verbunden war, so daß die Athener im Notfall dorthin flüchten konnten und nicht isoliert im Binnenland waren. Auch die sizilianische Flotte und die Flotte der Korkyräer bestanden aus Trieren. Trieren wurden aber nicht nur ausschließlich für kriegerische Zwecke Verwendet: zum Beispiel wurde 430 v. Chr. erstmals eine Triere als Pferdetransporter genutzt. Dies geschah aber oft nur mit alten Schiffen die für den Krieg nicht mehr gebraucht werden konnten. Die Korinther unterschieden zuerst in der Bauweise zwischen Handelsschiff und Kriegsschiff. Die Tetreren und die Penteren, die Dionys I. und Dinoys II. im Krieg im Jahre 400 v. Chr. gegen Karthago verwendeten besaßen 4 und 5 Ruderreihen. Auch Alexander der Große versammelte in seinem letzten Jahr in Babylon Tetreren und Penteren. Noch später kamen die Enneren und Dekeren mit 9 und 10 Ruderreihen dazu. Bei der Schlacht bei Salamis wurden sogar Hepteren verwendet. Den Höhepunkt dieser Entwicklung stellten Schiffe mit 15 und 16 Ruderreihen dar. Diese Schiffe wurden von Demetrios Poliorketes gebaut und waren sogar seetüchtig. Das Riesenschiff von Ptolemaeos Philopator mit 40 Ruderreihen war nur noch ein Anschauungsstück und war nicht seetüchtig. Es war 124 Meter lang und 17 Meter breit. Es war nichts Ungewöhnliches, daß nur ein Teil der ganzen Flotte zu einer Schlacht fuhren, und so ist es schwer heutzutage zu sagen, wie groß wohl die Flotten dieser Zeit waren, zum Beispiel wurden im peloponnesischen Krieg nur 250 der 300 attischen Schiffe zum Einsatz gebracht. Eine Ausnahme stellten die Perserkriege dar, wo die attische Flotte 200 Schiffe umfaßte. Ebenfalls stellte man auch fest, daß Ptolemaoes Philadelphos etwa 1500 Schiffe besaß. In einer Seeschlacht wurden die Schiffe zuerst nur als Transportmittel für die Hopliten zum Kampfgeschehen genutzt. In einer Schlacht lagen die Schiffe parallel nebeneinander, und man bekämpfte sich aus den Verdecken heraus. Die Schlacht bei Sybota im Jahre 432 v. Chr. war die letzte, wo diese Kampftaktik angewandt wurde. Die neue Taktik bestand darin, durch gebildete Rudermannschaften eine hohe Beweglichkeit zu erzielen. So konnte man den Gegner umfahren, um den Stoßbalken einsetzen zu können. Diese Taktik erforderte aber viel Platz. Bei wenig Platz bildeten die Schiffe einen Kreis mit dem nach außen gerichteten Stoßbalken. Beispiele für diese Taktik ist die Schlacht bei Naupaktos (429 v. Chr.) und die Schlacht bei Korkyra (427 v. Chr.). Im 5. Jahrhundert v. Chr. war der Höhepunkt der attischen Entwicklung. Themistokles ließ 480 v. Chr. alle Einkünfte aus den Silberminen in die Flotte investieren. So konnte die attische Flotte beim persischen Überfall schon 200 Schiffe aufwiesen und beim peloponnesischen Krieg im Jahre 431 v. Chr. schon 300. Um 500 v. Chr. wurden die Schiffe dann in Makranaus (lange Schiffe) und Megaknaus (Lastschiffe) eingeteilt. 405 v. Chr. besaßen die Spartaner 200 Trieren. Bei der Schlacht bei Aigospolamoi war die spartanische Flotte größer als die attische Flotte. So konnten die Spartaner 171 Trieren und 3000 Gefangene erbeuten. Im Jahre 405 v. Chr. blockierte die spartanische Flotte den Hafen von Athen und die Landstreitkräfte die Landseite. So gab es kein Entrinnen Im April 404 v. Chr. kapitulierte Athen. So hörte der attische Seebund auf zu existieren, und der peloponnesische Krieg war zu Ende. | |